ZufĂ€lligerweise ein groĂer Erfolg
DIE ENTDECKUNG VON GOODYEAR: GUMMI, RUSSÂ UNDÂ SCHWEFEL
1839 entdeckte Charles Goodyear, dass sich die Eigenschaften von Gummi durch den Zusatz eines geringen Schwefelanteils deutlich verbessern lieĂen. In seiner Werkstatt befanden sich versehentlich eine Mischung aus Kautschuk und Schwefel auf dem Ofen, und dieses Missgeschick verĂ€nderte alles. Durch Erhitzen von Gummi, der sogenannten Vulkanisierung, bleibt es elastisch, wird jedoch auch fester und ist nicht mehr klebrig. Dann wurde festgestellt, dass die Zugabe von RuĂ den vulkanisierten Kautschuk noch stabiler machte. Nach dieser Entdeckung wurden GummibĂ€ume auf der ganzen Welt angepflanzt. Dank dieser BĂ€ume, unter anderem in Indien, Ceylon und Indonesien, konnte Gummi in die ganze Welt geliefert werden. Im Juni 1844 meldete der Erfinder Goodyear ein Patent auf seine Entdeckung an.
GLĂCK IM UNGLĂCK
EINE REINE NOTLĂSUNG: DER URSPRUNG DES SYNTHETISCHENÂ GUMMIS
Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts stieg die Nachfrage nach Gummi aufgrund der aufkommenden Automobilindustrie rasant an. Um diesen Bedarf decken zu können, wurde nach einer synthetischen Alternative fĂŒr den begehrten Rohstoff aus der Natur gesucht. Synthetisches Gummi wird vorwiegend aus Erdöl hergestellt.
Doch erst im Zweiten Weltkrieg kam die Produktion von synthetischem Gummi richtig in Schwung. Diese groĂe Nachfrage ist sozusagen aus der Not heraus entstanden. Naturgummi wurde nĂ€mlich auch in MilitĂ€rfahrzeugen- und Flugzeugen verwendet. Die Kerosintanks der Flugzeuge waren von einer dicken Schicht aus Naturgummi umgeben. Wenn ein FlĂŒgel bei Beschuss durchlöchert wurde, kam das Kerosin mit dem Naturgummi in BerĂŒhrung. Das Ergebnis? Das Gummi begann zu quellen, dichtete das Loch im FlĂŒgel leicht ab und gab dem Piloten eine bessere Chance, wieder sicher zu landen. Die Tatsache, dass Naturgummi eine sehr geringe Ăl-, Benzin- und KerosinbestĂ€ndigkeit aufweist, war in dieser Hinsicht ein GlĂŒcksfall.
WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs bestand in Kanada, GroĂbritannien und in den USA ein groĂer Bedarf an Naturgummi. Deutschland hat die Lieferung so weit wie möglich verhindert, indem es Frachtschiffe mit U-Booten torpedierte. Aus der Not heraus wurde dann nach einer Alternative gesucht. So wurde schlieĂlich Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) entwickelt. In den 1970er Jahren verdrĂ€ngte er sogar das Naturgummi vom ersten Platz. Seither wurden mehrere Arten von synthetischem Gummi entwickelt.