sein Ursprung

Von den Mayas bis Kolumbus und von Priestley bis Goodyear – Gummi hat eine reiche Geschichte. Die NĂŒtzlichkeit des weißen Saftes wurde zufĂ€llig entdeckt. Im Folgenden wird die Geschichte des Gummis dargestellt. Von der Entdeckung des Naturgummis bis zur Entwicklung einer synthetischen Gummivariante.

Bevor wir uns auf eine kleine Erkundungstour begeben, möchten wir zunĂ€chst erklĂ€ren, woher Gummi eigentlich kommt. Naturgummi wird aus dem brasilianischen Kautschukbaum gewonnen: dem Hevea Brasiliensis. Diese schlanken BĂ€ume können bis zu 30 Meter hoch werden und wachsen im Amazonasgebiet. Durch einen Einschnitt in das Kambium – eine etwas tiefere Schicht der Rinde – werden die LatexgefĂ€ĂŸe durchtrennt und der Milchsaft fließt ab. Dieser wird mit Schalen, die unter jedem Einschnitt aufgestellt werden, aufgefangen. Etwa 33 % des Saftes bestehen aus Kautschuk.

Ein umfassendes Verfahren

Um Kautschuk aus dem abgetropften Saft zu extrahieren, sind einige Schritte erforderlich. ZunĂ€chst wird der Latex gefiltert und mit Wasser verdĂŒnnt. Anschließend wird diese Mischung mit SĂ€ure behandelt, die die Kautschukteilchen gerinnen lĂ€sst. Die so entstandenen Bröckchen werden dann in einer Walze zu dĂŒnnen Platten gewalzt. Nach dem Walzen enthĂ€lt der Kautschuk noch zu viel Eiweiß. Da dieses verderben kann, muss es entfernt werden. Zu diesem Zweck werden die Platten in einer speziellen RĂ€ucherkammer gerĂ€uchert. Diese so genannten „smoked sheets“, die dann ĂŒbrig bleiben, werden in Ballen gestapelt und zu Gummifabriken transportiert. Ein wahrlich komplexer Prozess!

Unauslöschliche Geschichte

WER ENTDECKTE DEN KAUTSCHUK?

Christoph Kolumbus war der erste EuropĂ€er, der auf seiner zweiten Reise nach Mittelamerika im Jahr 1493 mit Kautschuk in BerĂŒhrung kam. Die wahren Entdecker waren jedoch die Maya, die den weißen Saft der brasilianischen KautschukbĂ€ume schon viel frĂŒher anzapften. Indem sie die SĂ€fte mit anderen Pflanzen mischten, entstand Gummi, aus dem sie zum Beispiel BĂ€lle und Spielzeug herstellten. Der große Durchbruch fĂŒr das Material Gummi kam 1770 durch Zufall zustande, als der Chemiker Joseph Priestley die Entdeckung machte, dass sich mit Gummi Bleistiftstriche entfernen ließen. Und so kam der Name Gummi zustande: Die englische Bezeichnung „Rubber“ fĂŒr Gummi ist die Ableitung aus dem englischen Verb „to rub out“. Die deutsche Bezeichnung „Gummi“ geht jedoch auf ein altĂ€gyptisches Wort fĂŒr PflanzensĂ€fte zurĂŒck, die aus verletzten Stellen austreten.

ZufĂ€lligerweise ein großer Erfolg

DIE ENTDECKUNG VON GOODYEAR: GUMMI, RUSS UND SCHWEFEL

1839 entdeckte Charles Goodyear, dass sich die Eigenschaften von Gummi durch den Zusatz eines geringen Schwefelanteils deutlich verbessern ließen. In seiner Werkstatt befanden sich versehentlich eine Mischung aus Kautschuk und Schwefel auf dem Ofen, und dieses Missgeschick verĂ€nderte alles. Durch Erhitzen von Gummi, der sogenannten Vulkanisierung, bleibt es elastisch, wird jedoch auch fester und ist nicht mehr klebrig. Dann wurde festgestellt, dass die Zugabe von Ruß den vulkanisierten Kautschuk noch stabiler machte. Nach dieser Entdeckung wurden GummibĂ€ume auf der ganzen Welt angepflanzt. Dank dieser BĂ€ume, unter anderem in Indien, Ceylon und Indonesien, konnte Gummi in die ganze Welt geliefert werden. Im Juni 1844 meldete der Erfinder Goodyear ein Patent auf seine Entdeckung an.

GLÜCK IM UNGLÜCK

EINE REINE NOTLÖSUNG: DER URSPRUNG DES SYNTHETISCHEN GUMMIS

Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts stieg die Nachfrage nach Gummi aufgrund der aufkommenden Automobilindustrie rasant an. Um diesen Bedarf decken zu können, wurde nach einer synthetischen Alternative fĂŒr den begehrten Rohstoff aus der Natur gesucht. Synthetisches Gummi wird vorwiegend aus Erdöl hergestellt.
Doch erst im Zweiten Weltkrieg kam die Produktion von synthetischem Gummi richtig in Schwung. Diese große Nachfrage ist sozusagen aus der Not heraus entstanden. Naturgummi wurde nĂ€mlich auch in MilitĂ€rfahrzeugen- und Flugzeugen verwendet. Die Kerosintanks der Flugzeuge waren von einer dicken Schicht aus Naturgummi umgeben. Wenn ein FlĂŒgel bei Beschuss durchlöchert wurde, kam das Kerosin mit dem Naturgummi in BerĂŒhrung. Das Ergebnis? Das Gummi begann zu quellen, dichtete das Loch im FlĂŒgel leicht ab und gab dem Piloten eine bessere Chance, wieder sicher zu landen. Die Tatsache, dass Naturgummi eine sehr geringe Öl-, Benzin- und KerosinbestĂ€ndigkeit aufweist, war in dieser Hinsicht ein GlĂŒcksfall.
WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs bestand in Kanada, Großbritannien und in den USA ein großer Bedarf an Naturgummi. Deutschland hat die Lieferung so weit wie möglich verhindert, indem es Frachtschiffe mit U-Booten torpedierte. Aus der Not heraus wurde dann nach einer Alternative gesucht. So wurde schließlich Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) entwickelt. In den 1970er Jahren verdrĂ€ngte er sogar das Naturgummi vom ersten Platz. Seither wurden mehrere Arten von synthetischem Gummi entwickelt.

UnzÀhlige Gummisorten

DIE VERSCHIEDENEN ARTEN VON GUMMI BEI RIS

In unseren Werken in den Niederlanden und in Bulgarien verwenden wir fĂŒr die Herstellung unserer Gummiprodukte zahlreiche Gummimischungen (Compounds). In den meisten FĂ€llen beziehen wir diese Mischungen in der gewĂŒnschten Zusammensetzung von einem Gummihersteller. Sind fĂŒr einige Mischungen bestimmte Vorbehandlungsschritte erforderlich? Dann werden diese bei uns im Werk durchgefĂŒhrt.

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